The Power of Fear (Vedma)

Lauwarmer Dämonen-Humbug aus dem kalten Russland

The Power of Fear (alternativ: Evil) (Russland / 2006)
von Oleg Fesenko
mit Valeriy Nikolaev, Yevgeniya Kryukova, Lembit Ulfsak, Arnis Licitis, Juhan Ulfsak... mehr Filmdaten
1/4 Bewertung

Wer diesen Geisterfilm in den DVD-Player einlegt, könnte sich kurz darauf richtig ärgern. Es sei denn, er ist sehr überzeugter Christ.

Die Geschichte

Ivan macht sich für eine gute Story sogar nackig

Ivan macht sich für eine gute Story sogar nackig

Als Ivans Telefon klingelt, erwacht er mit einem mörderischen Kater. Neben ihm im Bett liegen zwei halbnackte Schönheiten. Der Journalist führt ein pralles Lotterleben mit Partys, Sprit und Sex. Bis jetzt.

Sein Chef setzt ihm die finanzielle Pistole auf die Brust und schickt ihn in ein Dorf, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen. Ivan steigt in seine alte Rostlaube und gibt Gas.

Doch er kommt nicht weit. In strömendem Regen verreckt ihm die Karre. Er sucht Zuflucht bei einer alten Frau in einem alten Landhaus.

Und dann wird’s merkwürdig: Als er in der Badewanne sitzt, kommt eine Schönheit namens Marryl ins Zimmer. Ivan versucht, sie rumzukriegen. Und das scheint sogar zu klappen, denn etwas später steigt Marryl tatsächlich zu ihm ins Wasser. Doch plötzlich sieht sie wie eine Hexe aus.

Der Dorf-Sheriff ahnt nicht, dass Ivan gar kein Priester ist

Der Dorf-Sheriff ahnt nicht, dass Ivan gar kein Priester ist

Ivan ersäuft sie und flieht. Er erreicht ein Dorf, deren Bewohner ihn zunächst für einen Pfarrer halten. Er spielt das Spiel mit, bis er begreift, was die Leute von ihm wollen: Er soll einer toten Frau dreimal nachts eine Messe bereiten. Erst dann ist der Dämon in ihr besiegt.

Die Tote hat auch einen Namen: Marryl.

Filmkritik „The Power of Fear“

Es klingt auf dem DVD-Cover wirklich nach einem vielversprechenden Grusel-Cocktail: Eine kuriose Geistergeschichte, ein versoffener Journalist, ein Schuss heißer Erotik.

Und dann das. Die Geschichte ist wirr zusammengeklaubt und zusammenhanglos erzählt. Erklärungen, Hintergründe suchen wir vergebens. So hätte uns durchaus interessiert, was es mit der undurchsichtigen Figur des Mister Patch auf sich hat. Doch die ist völlig verschenkt, wie einiges andere auch. Na immerhin bekommen wir nach etwa einer halben Stunde endlich so etwas wie einen roten Faden geliefert.

"Lasst mich doch endlich raus aus diesem Film!" - doch keiner hilft Ivan

"Lasst mich doch endlich raus aus diesem Film!" - doch keiner hilft Ivan

Bei der Story selbst fehlt nur noch der Abschlussvermerk: „Mit freundlicher Unterstützung Ihrer Katholischen Kirche.“ Der feuchtfröhliche Klatschreporter bekommt seine gerechte Strafe, erlebt gar Schlimmes und findet am Ende zurück in die Arme des Glaubens - noch platter hätte es nicht einmal die PR-Abteilung des Vatikan absondern können.

Unerklärlich ist auch, warum die Macher nicht den Mut hatten, die Geschichte in ihrer Heimat Russland spielen zu lassen. Das hätte wenigstens wahrhaftes Lokalkolorit erzeugt und nicht nur den mitunter peinlichen Versuch, Amerika nachzumachen.

Mit netten Kameraspielchen und Atmosphäre kennt sich Regisseur Oleg Vesenko dagegen gut aus. Seine porentiefen Großaufnahmen erinnern sogar an die unkonventionelle Kameraführung in Peter Jacksons früheren Werken. Das technische Knowhow und die gute Ausstattung entschädigen ein bisschen, können den verkorksten Film aber trotzdem nicht mehr retten.

Die Versionen

Die FSK hat den Gruselfilm ab 16 Jahren freigegeben. Er dürfte uncut sein. Sex, Gewalt oder ähnliches Jugendgefährdendes kommt eh kaum vor.

Das Urteil von Near-Dark.de

Plumper und wirrer Werbeclip für die Katholische Kirche.

Trailer zum Film "The Power of Fear (Vedma)"

Alle Filmdaten

The Power of Fear (alternativ: Evil)

The Power of Fear (alternativ: Evil)

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Titel:
The Power of Fear (alternativ: Evil)
Originaltitel:
Vedma
Altersfreigabe:
FSK ab 16 Jahren
Laufzeit:
90 Minuten
Produktionsjahr:
2006
Produktionsland:
Russland
Regie:
Oleg Fesenko
Drehbuch:
Oleg Fesenko, Igor Mitushyn
Produzent:
Jaan Kolberg, Dolganov Sergey, Alexander Zuev
Musik:
Oleg Fedoseev, Ilar Oale
Darsteller:
Valeriy Nikolaev, Yevgeniya Kryukova, Lembit Ulfsak, Arnis Licitis, Juhan Ulfsak, Rain Tolk
DVD-Produktion:
KNM Media

Fotos: KNM Media

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